Brandschaden in der Herz-Jesu-Kirche: Rußentfernung im UNESCO-Weltkulturerbe

Case Study aus dem Archiv · Erstveröffentlichung 2011
Koblenz, März 2011: Ein Brand in der Sakristei der zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Herz-Jesu-Kiche in Koblenz führte zu deutlichen Verrußungen im gesamten Kirchenschiff. Als Alternative zu bekannten, herkömmlichen Verfahren wurde dem leitenden Mitarbeiter des Amtes für kirchliche Denkmalpflege und den tätigen Restauratoren das Soot Removal Film (SRF)-Verfahren detailliert vorgestellt.
Zunächst wurden Probeflächen ausgewählt, um die Ergebnisse auf sensiblen Oberflächen der Gebäudeschale und der Ausmalung zu beurteilen. Die Verantwortlichen waren von den Vorteilen überzeugt und beauftragten die Sanierungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den Restauratoren.
Um die Rußablagerungen an den entlegensten Stellen der Herz-Jesu-Kirche zu entfernen, musste die Kirche komplett und in kürzester Zeit eingerüstet werden. Dabei stellten die Abmessungen der Kirche mit einer Länge von ca. 55 m und einer Höhe von ca. 30 m die Gerüstbauer vor eine wahre Herausforderung.
Hand in Hand: Das Zusammenspiel zwischen BELFOR und den Restauratoren
Die Vorprojektierung und die Auswahl der mit SRF zu sanierenden Oberflächen erfolgte durch die Restauratoren. Die SRF Applikation durch BELFOR-Spezialisten wurde für die verschiedenen Oberflächen nach genauen Vorgaben der Restauratoren umgesetzt. Durch die enge Zusammenarbeit konnte das Projekt zügig und zur vollsten Zufriedenheit des Bistums abgewickelt werden.

Pünktlich an Heiligabend öffneten sich die Pforten wieder.
Für einige Gemeindemitglieder war es wie ein Weihnachtsmärchen: Nach Brand, schweren Schäden und monatelanger Sanierung erwacht die Herz-Jesu-Kirche zu neuem Leben – und öffnet genau an Heiligabend wieder ihre Pforten für die Gläubigen. Nach erfolgreich abgeschlossen Sanierungs- und Restaurationsarbeiten durch BELFOR und die Restauratoren erstrahlt das Gotteshaus in neuem, altem Glanz.
Die Wirkungsweise des SRF: Chemische Wirkung
- Resorption von freien Oberflächenanhaftungen durch synthetische Tenside und deren Einbindung in die Kautschukmatrix. Verschmutzungen werden in den Kautschuk eingelagert und sind dort irreversibel gebunden.
- Tenside führen zum Eindringen des Kautschuks in Ritzen und Hinterschneidungen und erreichen auch dort eine Einbindung von Oberflächenverschmutzungen.
- Leicht fettige und ölige Verunreinigungen werden durch Tenside ebenfalls angelöst und in die Matrix eingebunden.

Die Wirkungsweise des SRF: Mechanische Wirkung
Beim Abziehen des getrockneten Films werden durch Adhäsionskräfte und elektrostatische Phänomene noch letzte oberflächlich anhaftende Partikel
mitgenommen.
Vorteile des SRF Verfahrens
- Kein Sondermüll bzw. keine Entsorgungskosten: Der SRF Film kann in vielen Fällen über den Hausmüll entsorgt werden.
- Tiefenwirkung und Schonung der Oberflächen: Durch die flexible Auftragstechnik kann das Material auch in schwer zugänglichen Bereichen wie
engen Vertiefungen und Rissen eingebracht werden.
- Kein Einsatz von Chemie: Chemikalienbasierte Verfahren können auf historischen Oberflächen zu irreparablen Schäden führen.
- Kein Einsatz von Wasser: Schonung der Ressource Wasser, es entstehen keine Abwässer. Die Freisetzung von Salzen aus der Bausubstanz wird verhindert.

Zahlen zum Projekt
- Schadenursache: Feuer
- Volumen: 300.000 €
- Schadentag: 23.03.2011
- Probesanierung: 11.04.2011 und 01.06.2011
- Auftragserteilung: 07.06.2011
- Schaden abgeschlossen: 14.10.2011